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20 Jahre Mauerfall | Städtepartnerschaften

Das Plakat zu den Veranstaltungen zum Mauerfall

Am 9. November 1989 öffnete sich die Mauer zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Im folgenden Jahr wurden viele Partnerschaften zwischen ost- und westdeutschen Städten geschlossen. Bad Pyrmont schloss eine Städtepartnerschaft mit Bad Freienwalde und Lügde mit Angermünde. Diese Städtepartnerschaften sind heute, beinahe 20 Jahre danach, noch immer lebendig. Gemeinsam mit unseren Partnerstädten Bad Freienwalde und Angermünde möchten wir des Mauerfalls und der dadurch möglich gewordenen Städtepartnerschaften mit Veranstaltungen gedenken.

Das Programm
  • Sonntag, 8. November 2009 11:00 Uhr Konzert-Matinée des »arche« kammermusik e. V. - Kaiserquartett von Joseph Haydn im kleinen Konzertsaal, Konzerthaus Bad Pyrmont Eintritt: 12,- € (Vorverkauf: Info-Zentrum & Wandelhalle, Bad Pyrmont)
  • Sonntag, 8. November 2009 Feierstunde mit Herrn Dr. Rudolf Seiters als Festredner 15:00 Uhr 14:00 Uhr (!) im Konzerthaus Bad Pyrmont Eintritt frei - Spenden für das Deutsche Rote Kreuz sind willkommen

Geschichte erleben - grenzenlos feiern

Gemeinsame Jubiläumsfeierlichkeiten der Städte Lügde und Bad Pyrmont mit ihren Partnerstädten in Brandenburg

Anlässlich der zwanzigjährigen Städtepartnerschaften Lügde - Angermünde und Bad Pyrmont - Bad Freienwalde wurde die Idee geboren, nicht nur dieses Jubiläum gemeinsam zu feiern, sondern auch das 1225-jährige Stadtjubiläum der Stadt Lügde und die gemeinsame Geschichte mit Bad Pyrmont seit 825 Jahren.

Erstmals wurde Lügde im Zusammenhang mit Karl dem Großen erwähnt, als er 784 das Weihnachtsfest in einer Hallenkirche feierte, an deren Standort die heutige Kilianskirche (12. Jahrhundert) zu finden ist. 400 Jahre später wurde die Grafschaft Pyrmont mit dem Hauptort Lügde gegründet - die Geburtsstunde einer gemeinsamen, turbulenten Geschichte. In den darauf folgenden Jahrhunderten gab es immer wieder Streitigkeiten um die Grafschaft. Im Jahre 1668 entstand schließlich der Badeort Pyrmont und schrieb seine eigene Geschichte. Die beiden Städte wurden im Laufe der Jahrhunderte politisch immer mehr voneinander getrennt bis hin zur Trennung durch die Landesgrenzen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Diese Grenzen spielen für die Menschen vor Ort für ihr Leben, Wohnen und Arbeiten jedoch keine Rolle.

Dies wollen wir im kommenden Jahr mit dem großen Jubiläumsfest zeigen und feiern. Um die Feierlichkeiten nicht unnötig durch die Bauarbeiten zur Umgehungsstraße zu beeinträchtigen, wurde beschlossen, die Feier in das kommende Jahr vom 10. bis 13. Juni 2010 zu verlegen. Inzwischen ist jedoch klar, dass der Bau der Umgehungsstraße bis dahin leider doch noch nicht beendet sein wird. Allerdings sind die Planungen nun soweit gediehen, dass entschieden wurde, im Jahr 2010 gemeinsam zu feiern.

Um den gemeinsamen geschichtlichen Hintergrund und die heutigen engen Beziehungen der beiden Städte Lügde und Bad Pyrmont zu feiern, ist neben vielen gemeinsamen Veranstaltungen in 2009 mit den Themen

Eingebunden in die Planungen sind viele Vereine und öffentliche Einrichtungen aller vier Städte.

Mit diesem Weblog möchten wir Interessierte über die Planungsphase fortlaufend informieren. Sie haben hier die Möglichkeit, den aktuellen Stand jederzeit einzusehen und Kommentare abzugeben. Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Anregungen. Gerne können Sie natürlich auch aktiv mithelfen und einzelne Projekte durch Ihre Mitarbeit gestalten.

Wer sich für den geschichtlichen Hintergrund der Städte Bad Pyrmont und Lügde interessiert findet hier weitere Informationen:

[Text: Anne Gildehaus]

Feierstunde „20 Jahre Mauerfall“ beginnt schon um 14:00 Uhr!

Gerade nachdem die Handzettel (PDF-Dokument, 368 KB) für die Veranstaltung gedruckt waren, hat uns das Büro von Herrn Dr. Seiters informiert, dass die Anfangszeit für die Feierstunde im Konzerthaus, Schloßstr. 1 in Bad Pyrmont vorverlegt werden muss.

Die Feierstunde am 8. November 2009 mit dem Festredner Herrn Dr. Seiters beginnt nicht, wie auf den Handzetteln angekündigt, um 15:00 Uhr, sondern bereits um 14:00 Uhr!

Es wird heiß

So langsam wird es heiß – in der Organisations-Zentrale. „Ich brauche Leute, die selbstständig denken können!“, fenstert uns meine Kollegin, was meine Chefin ist, entgegen. Darüber will ich lieber nicht nachdenken.

Weil ich auch zur ersten Abordnung aus Lügde gehörte, die im April 1990 nach Angermünde gefahren ist, soll ich darüber eine Geschichte schreiben. Hm, wie war denn das noch gleich? Mit einem VW-Bulli sind wir

  • Dieter Will, der damalige Stadtdirektor,
  • Bernd Arens, der damalige Bürgermeister,
  • Walter Bicker,
  • Fritz Schäfsmeier,
  • Eduard Stumpe,
  • Helmut Ameler,
  • und ich

angereist. Das erste Treffen mit der Angermündener Abordnung fand in einem Raum im ersten Obergeschoss des Rathauses von Angermünde statt. Ich muss heute noch grinsen, wenn ich mir die Bilder von dem baufälligen Gebäude in Erinnerung rufe. Darf ich das so schreiben, frage ich mich.

Ein kurze Rückfrage bei Wolfgang Krakow, dem Bürgermeister von Angermünde: „Klar kannst du, das war doch so.“ Ich erzähle ihm von meinen ersten Eindrücken. Die Fassaden einiger Häuser waren schön, doch sobald man in die Seitengassen schaute, fühlte man sich an die Redewendung erinnert: Alles nur Fassade. „1983 hatten wir die 750-Jahr-Feier. Aus diesem Anlass wurden viele Haus-Fassaden gestrichen“, erklärt mir Wolfgang Krakow. „Das war zu DDR-Zeiten über lange Jahre das Verständnis von Sanierung: Vorn wird gestrichen, von hinten werden Stützbalken gestellt.“ Ich lache. „Wann warst du eigentlich zuletzt in Angermünde, mein Freund?“, fragt mich Wolfgang Krakow mit einer leicht provozierenden Note. Ertappt. Wir tauschen noch kurz einige Anekdoten aus und selbstverständlich werden wir uns sehen - an dem Wochenende. „Wenn man will, geht alles“, lässt er mich in Anspielung auf seine Frage noch wissen.

Dieter Will, der damalige Stadtdirektor, ruft zurück. Er bestätigt mir mit der für ihn typischen, sympathischen Lache: „Ja, Walter Bicker ist schuld. Er hat Angermünde ins Spiel gebracht.“ In wenigen Minuten berichtet mir Dieter Will, welche Überlegungen es damals in der Politik gegeben hat. „Ich könnte das ja jetzt alles schreiben, aber es wäre doch viel besser, wenn Sie das tun. Zum einen, weil Sie die ganzen Hintergrundinformationen haben und zum anderen, weil Sie ein Rhetoriker vorm Herrn sind.“ Wieder lacht er. Dabei erinnere ich mich an seine Rede, die er damals im Rathaus von Angermünde gehalten hat. Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass die jemand hätte toppen können. „Eigentlich schreibe ich ja keine Reden, ich halte sie aus der Situation heraus. Aber gut, ich werde Ihnen einen kleinen Text schreiben.“

Mir fällt ein, dass ich mal in meinem privaten Fotoarchiv suchen muss. Damit lassen sich bestimmt einige Erinnerungen besser ausleuchten. Zum Beispiel die Geschichte mit dem Fotoapparat, den ich für die erste Reise nach Angermünde vom Bauamt in die Hand gedrückt bekommen habe...

[Text: Volker Thiele]

Danke Bad Freienwalde, danke Angermünde!

Eine Grafik mit dem Wort: Danke!

Freundschaft heißt für mich auch, präsent zu sein. Ja, ich bin da – ja, wir sind da!

An unserem Jubiläumsfest waren sie da, unsere Freunde aus Bad Freienwalde, der Partnerstadt von Bad Pyrmont und aus Angermünde, der Partnerstadt von Lügde – und wie! Sänger, Chöre, Orchester, Feuerwehrmitglieder, Schützen, Läufer, Priester – alle sind sie angereist, um gemeinsam mit uns, mit Bad Pyrmont und Lügde, das Jubiläumsfest zu gestalten. Das ist ein Freundschaftsbeweis, wie er schöner nicht sein kann.

Egal ob es das Konzert der Angermünder Stadtsänger, das Sekt-tett aus Bad Freienwalde war oder, oder, oder..., wo immer unsere Freunde aus den Partnerstädten präsent waren, wurden sie in höchsten Tönen gelobt.

Liebe Bad Freienwalder und Angermünder, wir haben uns riesig über euren Besuch gefreut, egal auf welche Weise ihr unser gemeinsames Fest bereichert habt. Weder die lange Anfahrt, noch das widrige Wetter hat euch davon abgehalten mit uns zu feiern. Und das zeichnet Freundschaft aus.

Danke Bad Freienwalde, danke Angermünde!

[Grafik und Text: Volker Thiele]